Der Turmbau zu Babel – Fotoadaption ans Carl Zeiss Jena Reismikroskop LrO

Fallende Preise für gebrauchte Vollformatkameras sind ein guter Antrieb, sich mit der Adaption an die schwarzen „Hufeisenstative“ oder auch der grauen Endlichreihe, wie Laboval, Ergaval, Amplival etc. zu beschäftigen. Es lohnt sich, denn im Gegensatz zu Kameraadaptionen für Zeiss-West Endlichmikroskope kosten die Zeiss-Jena-Adapter aktuell fast nichts.

Meine Idee für diesen Beitrag entstand in dem Moment, wo ich selbst nach Informationen zur Adaption suchte und nicht fündig wurde.

Hier ist die fertige Adaption einer SONY Alpha Vollformatkamera zu sehen. Aufgrund der Größe des Reisemikroskops hat es mich an den Turmbau zu Babel erinnert.

Um die erforderliche Tubuslänge von 160 mm zu gewährleisten wird der Miflex-Tubus L (Best.-Nr. 30 60 10) benötigt. Er ist das längste Bauteil und verfügt über eine Aufnahme für die Miflex-Projektive (MF Projektiv (K) x:y).

1955 kostete ein einfaches Miflex-Projektiv 4:1 T von Carl Zeiss Jena 40 DM.

Des weiteren wird ein M42-Adapter für die zu adaptierende Digitalkamera benötigt und das Zeiss Anzetzstück für „Praktica“-Kameras (Best.-Nr.: 30 60 27).

rechts: der „Praktica“-Adapter
„Praktica“- und Kameraadapter verschraubt.

Über die Ringschwalbe kann der „Praktica“-Adapter direkt auf den Miflex-Tubus L gesetzt werden. Das Bild entspricht dann etwa dem Blick durch Okular.

20x Apochromat mit Projektiv 4:1
20x Apochromat mit Projektiv 6.3:1

Soll der Kamerachip vollflächig genutzt werden, so wird noch der Miflex-Zwischentubus (Best.-Nr.: 30 60 14) zwischen den L-Tubus und den „Praktica“-Adapter gesetzt.

40x Apochromat mit Projektiv 6,3:1
40x Apochromat mit Projektiv 4:1

Zeiss empfahl die K-Projektive in Verbindung mit Apochromaten zu verwenden. Ich werde dazu noch einige Vergleichsbilder aufnehmen.

Insgesamt hat die Adaption mit allen Teilen weniger als 70€ gekostet. dafür bekommt man eine wesentlich bessere Lösung als mit dem Handy durchs Okular zu knipsen.

Erik