Dünnschliffe anfertigen mit der „Schnitzeltechnik“

Ein häufiges Problem beim Schleifen von Dünnschliffen ist die korrekte Schliffdicke. Nicht immer sind Quarz oder Feldspäte als Indikatoren vorhanden. Warum sollte man diese dann nicht einfach hinzufügen?

In diesem Beitrag stelle ich eine einfache Methode vor, die eine große Ähnlichkeit zum Schnitzelpanieren hat. Anstelle von Semmelmehl wird hier Quarzsand aufgetragen.

Ausgehend von einer grob formatierten Gesteinsprobe, wird umlaufend eine dünne UV-Klebeschicht aufgetragen.

Mit einer UV-Taschenlampe wird diese im Anschluss ausgehärtet. Die Funktion der ersten Klebeschicht dient dazu, einen Leerraum zwischen der Probe und Quarzsandpanade zu gewährleisten.

Weil die UV-Deckschicht nur unvollständig aushärtet und klebrig ist, wird diese mit Isopropanol entfernt.

Nun wird abermals eine UV-Klebeschicht aufgebracht, die als Trägerschicht für den Quarzsand fungiert. Den Quarzsand kann man übrigens in diversen Körnungen aus dem Aquarienhandel beziehen.

Nach dem Pannieren wird nochmals die Klebeschicht mit der UV-Taschenlampe ausgehärtet.

Jetzt kann die Klebefläche zum Aufkleben auf den Objektträger vorbereitet werden. Ich nutze dazu zunächst eine 125µm und danach eine 18µm Diamantscheibe.

Unter dem Stemi ist die erste Distanzschicht gut zu erkennen.

Auf den nächsten drei Bildern ist der Werdegang der Schliffdickenreduzierung zu sehen. Es wird solange geschliffen bis die Quarzkörner ein neutrales grau aufweisen.

Wer möchte kann mit einem Cuttermesser die Quarzleiste im Anschluss entfernen.

Leider sind mir bei diesem Schliff ein paar Kristalle verlorengegangen, weil sich die Verklebung vom Objektträger gelöst hat (siehe letztes Bild). Ich habe dann sicherheitshalber das Schleifen abgebrochen, um keinen größeren Schaden zu verursachen. Das tut der Methode aber keinen Abbruch.

Für Kreuzgucker in 3D:

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Erik